Über die Segelsensoren hinaus: das komplette SailSensor-Ökosystem

29. März 2026

SailSensor-Dashboard mit Navigationsdaten in Echtzeit

Weit mehr als Sensoren auf dem Segel

Wenn von SailSensor die Rede ist, denkt man sofort an die Drucksensoren auf der Segeloberfläche — das Herzstück des Systems. Doch die SailSensor-Plattform wurde als erweitertes Ökosystem konzipiert, das Daten aus zahlreichen Quellen erfassen und integrieren kann, um dem Segler ein vollständiges Bild dessen zu liefern, was an Bord geschieht.

Neben der Druckverteilung auf den Segeln kann das System eine Reihe für die Navigation grundlegender Größen direkt erfassen: SOG-Geschwindigkeit, Krängungswinkel, Winddaten sowie die Last auf Schoten und Fallen. Und das alles über dedizierte kabellose Geräte, die für eine nahtlose Integration in das SailSensor-Ökosystem entwickelt wurden.

Der Baumwinkelsensor

Die Position des Baums ist eine grundlegende Information, um die Stellung des Großsegels und die laufenden Trimmentscheidungen zu verstehen. Der SailSensor-Baumwinkelsensor ist ein kabelloses, kompaktes und autonomes Gerät, das bereits verfügbar ist und derzeit im Feldtest läuft. Er erfasst in Echtzeit die Neigung und Drehung des Baums in Bezug auf die Bootsachse.

Diese Information, korreliert mit den Druckdaten am Segel und den Winddaten, ermöglicht es, ein viel genaueres Bild der tatsächlichen Segelkonfiguration zu erstellen. So kann der Segler überprüfen, ob der Baumwinkel mit den Windbedingungen übereinstimmt, und verschiedene Trimmeinstellungen über die Zeit vergleichen.

Kabellos und unabhängig: wie alle SailSensor-Komponenten benötigt der Baumwinkelsensor keine Verkabelung. Er ist in wenigen Sekunden installiert und kommuniziert direkt mit der App, ohne die Manöver an Bord zu stören.

Die NMEA-Bridge: Verbindung zur Bordinstrumentierung

Ein modernes Segelboot verfügt bereits über eine Reihe von Instrumenten, die wertvolle Daten erfassen: Geschwindigkeit, Tiefe, Windrichtung und -stärke, GPS-Kurs und vieles mehr. Diese Daten laufen typischerweise über das NMEA-Protokoll, den Standard der Schiffselektronik.

Die SailSensor-NMEA-Bridge, derzeit in Entwicklung und demnächst verfügbar, ist die Komponente, die als Brücke zwischen der Welt der Bordinstrumentierung und dem SailSensor-Ökosystem dient. Die Kommunikation wird bidirektional sein:

Vom Boot zur App: die Bridge liest die im NMEA-Netzwerk des Boots verfügbaren Daten — scheinbarer und wahrer Wind, Geschwindigkeit durch Wasser und GPS, Tiefe, Temperatur, Kurs — und stellt sie in der SailSensor-App bereit. Der Segler sieht so alle Navigationsparameter neben den aerodynamischen Daten der Segel, auf einer einzigen Oberfläche.

Von der App zum Boot: die App überträgt die vom SailSensor-System verarbeiteten Daten an die Bridge, die sie ins NMEA-Format umwandelt und für die Anzeige auf dem Borddisplay bereitstellt. So können die SailSensor-Informationen auch über die bereits am Boot installierten Instrumente abgerufen werden, ohne auf das Smartphone oder das Tablet schauen zu müssen.

Dieser bidirektionale Ansatz verwandelt SailSensor von einem isolierten System in einen festen Bestandteil der Bordinstrumentierung und bereichert sowohl die App als auch die vorhandenen Displays mit Daten, die andernfalls nicht verfügbar wären.

Der Schot- und Fallspannungssensor

Die auf Schoten und Fallen aufgebrachte Spannung ist einer der wichtigsten Parameter beim Segeltrimm, aber auch einer der am schwierigsten objektiv quantifizierbaren. Traditionell verlässt sich der Segler auf das Feingefühl der Hände und auf Erfahrung, um zu beurteilen, ob die Spannung korrekt ist.

Der SailSensor-Spannungssensor, in Entwicklung und demnächst verfügbar, wird die tatsächliche Last auf Schoten und Fallen in Echtzeit messen und den Wert kabellos an die App übertragen. Das ermöglicht es,:

Das kabellose Anemometer

Der Wind ist das zentrale Element des gesamten Segelns. Seine Richtung und Stärke genau zu kennen, ist für jede Trimmentscheidung unerlässlich. Das kabellose SailSensor-Anemometer, derzeit in Entwicklung, wird so konzipiert, dass es sich nativ in das Ökosystem integriert und Winddaten direkt an die App liefert, ohne auf die vorhandene Bordinstrumentierung angewiesen zu sein.

Das ist besonders nützlich für Boote, die nicht über ein installiertes Anemometer verfügen, oder für alle, die einen zusätzlichen, flexibler positionierbaren Windsensor wünschen. Der Wert integriert sich automatisch mit den anderen SailSensor-Messungen und trägt zur Gesamtanalyse der Segelstellung bei.

Ein vollständiges Bild der erfassbaren Daten

Wenn man alle Komponenten des Ökosystems zusammenfügt, kann das SailSensor-System eine sehr breite Palette von Größen direkt erfassen — oder über die NMEA-Bridge aus der Bordinstrumentierung beziehen:

Druck auf den Segeln
Aerodynamische Verteilung auf einem oder mehreren Segeln
SOG-Geschwindigkeit
Tatsächliche Geschwindigkeit über Grund per GPS
Krängungswinkel
Querneigung des Boots
Winddaten
Richtung und Stärke, scheinbar und wahr
Last auf Schoten und Fallen
Spannung in Echtzeit an den Trimmleinen
Baumwinkel
Position und Neigung des Baums

Hinzu kommen alle vom NMEA-Netzwerk des Boots bereitgestellten Daten: Tiefe, Wassertemperatur, Kurs, Geschwindigkeit durch Wasser und jede weitere von den Bordinstrumenten übertragene Größe.

Die Integration, die den Unterschied macht

Der wahre Wert dieses Ökosystems liegt nicht in den einzelnen Komponenten, sondern in ihrer Integration. Wenn die Druckdaten am Segel mit dem Baumwinkel, der Schotspannung, dem Wind und der Bootsgeschwindigkeit korreliert werden, entsteht ein Bild, das kein einzelnes Instrument liefern könnte.

Die SailSensor-App ist der Konvergenzpunkt all dieser Informationen: sie zeigt sie übersichtlich an, zeichnet sie für die Analyse nach dem Törn auf und gibt sie — dank der NMEA-Bridge — auch an die Borddisplays zurück. Das Ergebnis ist ein System, das die vorhandene Instrumentierung nicht ersetzt, sondern sie mit Daten vervollständigt und bereichert, die zuvor schlicht nicht verfügbar waren.

Ein modulares und wachsendes Ökosystem: jede SailSensor-Komponente kann schrittweise hinzugefügt werden. Man beginnt mit den Sensoren am Segel und dem Baumwinkelsensor (bereits in der Testphase verfügbar), um das System anschließend mit der NMEA-Bridge, dem Spannungssensor und dem kabellosen Anemometer zu erweitern, sobald sie verfügbar werden. Ein Ökosystem, das mit den Bedürfnissen des Seglers wächst.


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